Datestory VI

Datestory VI

Es ist mal wieder soweit. Ich habe gedated und es war nicht gut.

Um nicht zu sagen grauenhaft.

Mein Date war Anfang 30, schrieb super nett, ist gerade dabei zu promovieren und schlug ein Date am Strand für ein erstes Treffen vor.
‚Super!‘ dachte ich, genau mein Ding! Draußen, ganz entspannt und ungezwungen, ohne 80 Mithörer und Zuschauer (die ich mir später wünschte). Er organisierte Getränke und ich schmierte Brötchen.

Wir fuhren mit seinem Auto zum Strand und bauten gemeinsam die Strandmuschel auf. Auf der Fahrt zum Strand unterhielten wir uns super und auch der Weg zum Strand runter war entspannt. Beim Aufbau der Strandmuschel ließ er durchblicken, dass er der Meinung sei, ich könne mir nicht wissen und mir dann auch die Informationen zum Aufbau einer Strandmuschel nicht merken – ich kann eine Strandmuschel seid meinem 8. Lebensjahr aufbauen und mir Sachen merken.

Gut, jeder hat ja seine Eigenheiten, ich habe schließlich auch meine. In der Strandmuschel hatte ich das auch schon fast vergessen. Wir aßen und quatschten, im Hintergrund rauschten die Wellen und die Möwen zogen kreischend ihre Kreise. Er trank das erste Bier, ich hielt mich an Limonade, die vorher auch abgemacht war.

Wir ließen uns auf den Rücken in den Sand fallen und küssten uns. Während des ersten Kusses hatte ich sofort seine Hände an meiner Brust – was bitte sollte das?!?!?!!!
Ich habe sofort seine Hand weggeschoben und rückte ab. Er entschuldigte sich und bot mir etwas zu trinken an, das ich annahm, er trank sein zweites Bier – gut, dass ich meinen Führerschein dabei habe, ging es mir durch den Kopf.

Er entschuldigte sich noch einmal ausführlich und wir kamen tatsächlich wieder auf einen grünen Zweig in unserem Gespräch. Ich ging auch erneut auf einem Kuss ein, zumal es ihm ja auch peinlich war, was zuvor passiert ist – dachte ich.

Ich wurde eines besseren belehrt, denn prompt hatte ich seine Hand in meinem Schritt. Ich distanzierte mich, um die Situation nicht allzu übel werden zu lassen – der Heimweg war ja noch zu meistern – versuchte ich das Gespräch nicht abreißen zu lassen, sein drittes Bier folgte.

Wir bauten endlich ab, wieder wurde ich belehrt, diesmal wie man eine Zeltstange entfernt, hier möchte ich hinzufügen, dass er es definitiv nicht richtig konnte, die muss man rausdrücken, nicht rausziehen… Jeder der das ein paar Mal gemacht hat weiß, wovon ich spreche.
Auf dem Weg zum Auto wurde ich dann auch gleich noch über seinen Blasenfüllstand informiert und bot ihm im Gegenzug an, dass ich sein Auto gerne zurück in die Stadt fahren wollen würde. Er willigte ein.

Das war eine sehr schweigsame Fahrt und bei der Parkplatzsuche wurde ich netterweise darauf hingewiesen, dass blonde Frauen Probleme beim Einparken hätten. Ich war kurz vorm Platzen. Die Parklücke hat Platz für zwei Lupo und wir hatten nur einen dabei.

Ich machte mich dann auf den Heimweg und musste zu Haus unerfreulicher Weise feststellen, dass mir eine meiner Tupperdosen fehlt UND BEI TUPPER HÖRT DIE FREUNDLICHKEIT AUF!

Also bin ich am nächsten Tag gegen frühen Abend vorbeigefahren und wollte die Dose abholen. Seine Mitbewohnerin öffnete mir die Tür, fand die Dose nicht und rief ihn aus seinem Zimmer raus.

Das war ein Anblick sage ich euch!

In Boxershorts und T-Shirt, sich halb auf den Hausflur quetschend erzählte er mir flüsternd, dass die Dose noch im Auto sei und er jetzt auch keine Zeit hätte, er habe Besuch.

Nun, was soll ich sagen, ich habe ihm viel Spaß gewünscht und die Dose am nächsten Tag abgeholt.

Ich bin immer wieder fasziniert davon, was einem so begegnen kann…

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Eure Julia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.