Pille und Gold-Kupferspirale, ein EB von Jenna

Pille und Gold-Kupferspirale, ein EB von Jenna

Dies ist der persönliche Erfahrungsbericht von Jenna mit den Verhütungsmitteln Pille und Gold-Kupferspirale:

Hallo! Ich bin Jenna, 20 Jahre alt, und habe mich in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema Verhütung auseinander gesetzt.

Angefangen hat alles als ich 15 war. Ich war gerade mit meinem Freund zusammen gekommen, und meine Eltern verlangten von mir, dass ich mich um eine sichere Verhütungsmethode kümmerte. Ihre erste Wahl war natürlich die Pille, und die hat mir auch meine Frauenärztin empfohlen.

Trotz vieler negativer Erfahrungsberichte im Internet entschied ich mich schließlich auch dafür. Für uns gab es sonst nicht viele Lösungen – Kondome waren mir auf Dauer zu unsicher und von Kupfer erzählte auch jeder mir, wie unsicher es wäre, und schon gar nicht für junge, kinderlose Frauen gedacht. Außerdem nahmen meine Freundinnen auch alle die Pille, so schlimm konnte es gar nicht sein.

Ein halbes Jahr lang ging alles gut. Keine großen Probleme, ich vergaß die Einnahme nie, wir hatten eine sichere Verhütungsmethode gefunden auf die wir uns verlassen konnten. Dann begannen die Nebenwirkungen. Ich wurde sehr reizbar, hatte starke Stimmungsschwankungen und wurde langsam aber sicher depressiv. Nicht alles auf einmal – das Ganze zog sich insgesamt fast drei Jahre lang, bis ich es nicht mehr aushielt.

Nachdem ich meine Beziehung fast zerstört hatte, wurde mir endlich klar, dass es an der Pille liegen könnte. Meine Ärztin behauptete natürlich das Gegenteil. Völlig verzweifelt ging ich dann kurz vor meinen Abschlussprüfungen zu meinem Hausarzt, der mir nach einem sehr langen Gespräch eine andere Pille verschrieb. Meine Stimmung wurde schlagartig besser, meine Beziehung lief wieder gut.

Aber perfekt konnte es natürlich nicht sein: Nach nicht einmal zwei Wochen Einnahme hatte ich die erste Blasenentzündung. Dann die nächste. Dann alle paar Wochen eine. Ich ging zu Gynäkologen und Urologen, von denen keiner die Ursache finden konnte. Ich glaube innerlich wusste ich schon lange, dass es an der Pille lag. Irgendwann wurde mir dann richtig bewusst, dass die Entzündungen tatsächlich erst mit dem Pillenwechsel angefangen haben. Erfahrungsberichte im Internet bestätigten meinen Verdacht – die Ärzte schalteten immer noch auf taub.

Anfang Juli 2017 hatte ich eine meiner schlimmsten Blasenentzündungen, bei der ich tagelang nur weinend zu Hause saß. Für mich stand fest: das musste aufhören! Ich rief noch am selben Tag bei meiner Frauenärztin an – bei der ich erst einen Termin im September bekam. Also suchte ich nach anderen Ärzten in der Umgebung, und fand tatsächlich eine, bei der ich noch in der selben Woche zur Sprechstunde kommen konnte.

Ich hatte mich mittlerweile dazu entschieden, dass ich lieber auf Hormone verzichte, und mich im Internet nach Alternativen umgesehen. Kondome kamen nicht in Frage, und waren auch nicht unbedingt notwendig, da ich immer noch mit meinem ersten Freund zusammen war.

Kinder wollten wir beide auf keinen Fall, also sollte es schon etwas sehr sicheres sein. Kupferspirale und Kupferkette erschienen mir eine gute Lösung, und ich fragte die Ärztin auch danach. Sie erklärte mir kurz die Risiken und sagte dann, sie würde mir die Spirale bei meiner nächsten Periode einsetzen.

Wieder zu Hause suchte ich weiter nach Erfahrungen und schrieb viel mit Gleichgesinnten. Dabei stieß ich auch auf die Facebookgruppe “Kupferspirale & Kupferkette”, in der ich in kürzester Zeit sehr viel lernte. Dort wurde mir gesagt, wie wichtig es wäre, dass die Gebärmutter vermessen wird, bevor ein Spiralenmodell ausgewählt wird – was die Ärztin nicht getan hatte.

Nach langem Hin und Her sagte ich den Termin schließlich ab, nicht zuletzt weil ich die Woche danach in Urlaub fahren sollte und dort keine Probleme gebrauchten konnte. Also doch weiter mit der Pille.

Im September hatte ich endlich den Termin bei meiner alten Ärztin. Ich erzählte ihr alles, und sprach sie auch gleich wieder auf Kupfermethoden an. Sie war absolut dafür, sagte aber, dass sie Goldspiralen noch besser finden würde. Zum ersten Mal fühlte ich mich bei einem Arzt richtig verstanden! Sie ließ mich noch eine Weile darüber nachdenken, und keine Woche später setzte sie mir die Goldluna ein.

Das Setzen war lange nicht so unangenehm wie ich gelesen hatte. Schmerzhaft? Auf jeden Fall. Nicht auszuhalten? Doch! Es hat zweimal heftig gezogen und dann war es auch schon vorbei. Nach nicht einmal zehn Minuten war ich wieder auf dem Heimweg. Ich habe übrigens keinerlei Betäubung oder ähnliches bekommen, sondern nur kurz davor zwei Ibuprofen eingenommen.

Die ersten Tage hatte ich krampfartige Schmerzen, aber da die Spirale während meiner Periode gelegt wurde, konnte das auch ganz einfach an Regelbeschwerden liegen.

Die Pille setzte ich zeitgleich ab. Schon binnen kurzer Zeit ging es mir so viel besser – ich hatte endlich wieder Lust auf Sex, meine Stimmung war besser als seit Jahren. Und das beste: meine letzte Blasenentzündung war vor einem halben Jahr! Als einzige negative Konsequenz habe ich seit dem Absetzen eine furchtbar unreine Haut, wegen der ich momentan in ärztlicher Behandlung bin. Trotzdem würde ich diese Entscheidung nicht mehr rückgängig machen. Ohne Hormone fühle ich mich viel mehr wie ich selbst!

Ich habe mittlerweile die dritte Periode mit Spirale hinter mir (die ebenfalls nicht so schlimm ist wie befürchtet) und war zweimal zur Ultraschalluntersuchung, bei der sie perfekt lag.

Gleichzeitig beschäftige ich mich sehr viel mit NFP (Natürliche Familienplanung). Ich hatte mich zwar für Kupfer als feste Verhütungsmethode entschieden, aber ein paar Zweifel blieben trotzdem. Zum Beispiel: was mache ich, wenn mein Zyklus sich nicht sofort einpendelt und ich meine Periode nicht bekomme? Ich kenne mich ja – ich hätte jeden Tag einen Schwangerschaftstest gemacht und mich beim Sex nicht entspannen können.Nachdem ich mich sehr lange in das Thema eingelesen hatte, entschied ich es einfach mal auszuprobieren.

Im Prinzip geht es darum, den Eisprung durch Temperaturmessen und Beobachten des Zervixschleims auf einen bestimmten Zeitraum festzulegen, und so fruchtbare und unfruchtbare Tage unterscheiden zu können (nicht zu verwechseln mit der unsicheren Kalendermethode!). Nach dem ersten Zyklus habe ich mich auf das Temperaturmessen beschränkt, da ich der Spirale mittlerweile genug vertraue. Dennoch ist es praktisch, zu sehen ob man einen Eisprung hat und zu wissen wann die Periode ungefähr eintritt. Meine Zyklen variieren momentan zwischen 30 und 40 Tagen, und ich brauche mir keine Sorgen zu machen weil sie nicht genau 28 Tage lang sind.

Für mich ist diese Kombination aus Kupfer und NFP eine perfekte Lösung. Ich kann sie nur jedem empfehlen, der die Hormonbomben loswerden will und nach einer Alternative sucht. Für mich kommen Hormone nie wieder in Frage, und ich kann nur wiederholen, wie gut es mir seit dem Absetzen geht!

Habt ihr Fragen oder wollt euch direkt mit Jenna austauschen, dann schreibt mir gerne eine E-Mail oder hinterlasst ein Kommentar, ich leite eure Anfrage an Jenna weiter.

Liebe Jenna,
ganz herzlichen Dank für deinen offenen, informativen und persönlichen Einblick in deine Erfahrungen mit der Pille und der Gold-Kupferspirale und den Anfängen von NFP! Danke für deine Mühe und dass du so schnell auf meine Anfrage, nach einem Erfahrungsbericht von dir, reagiert hast!
Ich wünsche dir für die nächste Zeit mit der Goldluna das allerbeste und freue mich sehr, dass ich deinen Erfahrungsbericht hier veröffentlichen darf!

Deine Julia

Es werden weitere Gastbeiträge zu diesem Thema (aber nicht nur) folgen, ich freue mich riesig über weitere Erfahrungsberichte, meldet euch gerne bei mir per E-Mail, in den Kommentaren oder bei Facebook.

Liebe Grüße
eure Julia